
Ausganslage:
In Zusammenarbeit mit der IG WILDE BIENE engagiert sich Knies Kinderzoo für den Schutz heimischer Wildbienen. Eine permanente Indoor-Austellung mit wechselnden Exponaten sowie Wildbienen-optimierte Aussen-Standorte auf dem Zoogelände informieren Zoo-BesucherInnen über Vielfalt, Gefährdung und Förderung heimischer Wildbienen. Aus den vorerst zwei Aussen-Standorten soll in den nächsten Jahren ein Wildbienen-Lehrpfad erwachsen.
Beitrag der IG Wilde Biene:
Im vom Kinderzoo neu gebauten, multifunktionalen Event-Gebäude „Knies Zauberhut“ wurde eine kleine, aber feine Wildbienen-Ausstellung mit vergrösserten Wildbienen-Fotos, Infotafeln und Schaukästen aufgebaut. Sie informiert Interessierte von Frühling bis Herbst über das Leben und Sterben unserer Wildbienen, und gibt mithilfe zweimonatlich wechselnder Exponate jeweils einigen aktuell fliegenden Arten ein Gesicht.
Damit ZoobesicherInnen in der Ausstellung erworbenes, neues Wildbienen-Wisssen praktisch erleben können, wurden auf dem Zoo-Gelände im Zuge einer Begehung mögliche Standorte identifiziert, die sich für eine Wildbienen-Aufwertung eignen. Unser Präsident (Tierökologe André Rey) entwarf für vorerst zwei Aussen-Standorte Massnahmenpläne, welche für Rapperswil nachgewiesene Zielarten fördern sollen. Diese Massnahmen setzte Gartenbau-Profi Marco Riva (Toller Unternehmungen AG) höchst innovativ um.
Für die aufgewerteten Standorte gestaltete die IG WILDE BIENE in der Folge individuelle Infotafeln mit einem Kurzportrait der Haupt-Zielart jedes Standorts. Jede Standort-Tafel ist mit einem QR-Code ausgestattet, der Interessierten zu spezifische Webseiten mit vertiefende Informationen führt.

Projektverantwortlich:
André Rey & Jürg Sommerhalder
Die Standorte:
• Wildbienen-Patch # 1
• Wildbienen-Patch # 2
Auftraggeber:
Knies Kinderzoo: Wildbienen-Patch # 1

Niststrukturen:
• Die Löss-Türme sprechen Steilwandnister an
• Sandhaufen richten sich an Lieberhaber sandigen Nist-Substrats.
• Lückige Kies- und Erdbodenstellen erweitern das Angebot für Bodennister.
Beflanzung:
• Korbblütler (Asteraceae)
• Schmetterlingsblütler (Fabaceae).
• Kardengewächse (Dipsacoideae)

Foto: Zwischen den Lösstürmen und Sandhaufen diese ganz frisch angelegten Standorts werden in den nächsten Wochen die ausgesäten Pflanzen wachsen und blühen.
Zielarten:
Als Haupt-Zielart dieses Standorts haben wir die Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) ausgesucht. Diese Sandbiene fliegt zwischen Mai und August in einer Generation und nistet in waagerechten und leicht abschüssigen Böden. Dabei stellt sie keine spezifische Substratansprüche. Als ausgesprochene Spezialistin für Kardengewächse sammelt die Knautien-Sandbiene ihren Pollen vorzugsweise von Witwenblumen (Knautien). Aufgrund ihres Pollen-Anspruchs ist diese Biene gefährdet: Überdüngte Wiesen und Weiden und ein zu intensives Mahd-Regime im modernen Agrarraum lassen ihre Wirtspflanzen und damit auch die Biene selbst immer seltener werden.
Weibchen:

Foto: © André Rey
Männchen:

Foto: © Jürg Sommerhalder
Arten an diesem Standort:
Ab hier werden wir Wildbienen-Arten portraitieren, die an diesem Standort tatsächlich beobachtet werden.
Knies Kinderzoo: Wildbienen-Patch # 2

Niststrukturen:
- Die eingrabenen Totholzstämme bieten Nist-Raum für Arten, die bestehende Hohlräume wie Käferfrassgänge beziehen. Zudem sind sie geeignet für Totholznister wie Holzbienen, die selber Nisthöhlen ins Holz nagen.
- Lückige Kies- und Erdbodenstellen erweitern das Angebot für Bodennister.
Bepflanzung:
- Diverse Glockenblumen-Arten (Campanulaceae)

Foto: Zwischen den Totholzstämmen dieses ganz frisch angelegten Standorts blühen erste Glockenbkumen. In den nächsten Wochen wird sich ihre Anzahl stark erhöhen, wenn die frisch ausgesäten und eingesetzten Pflanzen angewachsen sind.
Leitart:
Die Grauschuppige Sandbiene (Andrena pandellei) ist die Haupt-Zielart dieses Standorts. Sie wird 10 bis 11mm lang und legt als klassische Bodennisterin ihre Nester unterirdisch in selbstgegrabenen Höhlen an. Dafür scheinen ihr dürftig bewachsene, sandig-lehmige Böden an warmen Südlagen besonders gut zu gefallen. Ausgesprochen wählerisch ist diese Wildbiene bezüglich des Pollens, mit dem sie ihe Larven füttert: Von Mai bis Juni sammeln das Weibchen der Grauschuppigen Sandbiene auschliesslich an Glockenblumen.
Im gleichen Masse wie die moderne Landwirtschaft zunehmend auf gedüngte und kurzgemähten Futterwiesen setzt, verschwinden die artenreichen, traditionell bewirschafteten Wiesen mt Glockenblumen aus unserer Landschaft – und damit die Lebensgrundlage dieser seltenen gewordenen Biene.
Weibchen:

Männchen:

Foto: Da Männchen keinen Pollen sammeln, trift man sie gelegentlich auch auf „falschen“ Blüten an. Hier labt sich ein Männchen am Nektar einer Schafgarbe.
Arten an diesem Standort:
Ab hier werden wir Wildbienen-Arten portraitieren, die an diesem Standort tatsächlich beobachtet werden.
Alle Fotos auf dieser Seite: © Jürg Sommerhalder
